Endometriose und Adenomyose

Endometriose

Definition

Beim Krankheitsbild der Endometriose wachsen Zellen der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter an bzw. wachsen in die Muskulatur der Gebärmutter ein. An diesen Stellen reagieren sie auf die monatlichen Schwankungen der Hormone (Zyklus) - es kommt zu Einblutungen und zu einer Entzündungsreaktion. Die Folge sind Vernarbungen und Verlust der Elastizität der Bänder im Bauchraum, soweit diese befallen sind.
Es wird üblicherweise unterschieden, ob sich die Erkrankung in der Gebärmutter (Endometriosis genitalis interna (siehe: Adenomyose), außerhalb der Gebärmutter (Endometriosis genitalis externa) oder außerhalb des kleinen Beckens (Endometriosis extragenitalis) abspielt.
Je nachdem, wie ausgeprägt die Erkrankung ist, können auch Organe wie Darm und Blase betroffen sein. Häufig sieht der Frauenarzt Veränderungen am Bauchfell und an Bandstrukturen, die die Organe im Bauchraum befestigen. Diese sonst elastischen Strukturen können verkürzt sein, wodurch es zu immer wieder auftretenden Beschwerden kommt.

Krankheitsentstehung
Symptome
Dysmenorrhoe
Dyspareunie
Dysurie und Dyschezie
Blutungs- und Zyklusstörung
Sterilität
Diagnostik
Sonographie
Häufigkeit
Therapie
Prognose

Neue Aspekte zur Pathogenese von Endometriose und Adenomyose

Seitdem das Krankheitsbild der Endometriose etwa Mitte des 19. Jahrhunderts in der wissenschaftlchen Literatur erstmals beschrieben wurde, ist es - nicht zuletzt wegen seiner klinischen Bedeutung - in unserem Fach Gegenstand intensiver Forschung. Doch ließen die bisherigen Theorien zur Pathogenese viele Fragen offen, und bislang konnte keine erfolgreiche Therapie darauf begründet werden. Im Folgenden wird eine neue Theorie vorgestellt, die von einer Autotraumatisierung des Uterus ausgeht.

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Endometriosezentrum

Das Kinderwunschzentrum Darmstadt in Zusammenarbeit mit der Frauenklinik des Klinikum Darmstadt PD Dr. S. Ackermann: Ein Endometriose-Zentrum
Die Endometriose ist ein sehr rätselhaftes Krankheitsbild, dessen Ursachen bis heute nicht völlig geklärt sind. Die bis heute gängigen Vorstellungen über ihre Entstehung können viele Symptome sowie Begleiterscheinungen, wie z.B. weiter bestehende Sterilität trotz operativer und medikamentöser Beseitigung von z. T. nur minimalen Endometrioseherden, nicht erklären.
Professor Leyendecker hatte deshalb 1990 eine Arbeitsgruppe mit dem Ziel der Erforschung dieses in der Frauenheilkunde so wichtigen Krankheitsbildes in Leben gerufen. Mitglieder der Arbeitsgruppe sind Mitarbeiter der Frauenklinik (Dr. med. Georg Kunz; Frau Dr. Dr. Marion Noe; Mark Herbertz), der Radiologischen Klinik I (Priv. Doz. Dr. med. Huppert, Frau Dr. med. Dolores Beil) und des Pathologischen Instituts (Prof. Dr. med. Gerhard Mall) des Klinikum Darmstadt.

Im Zuge dieser Forschungstätigkeit sind neben weitgehenden Einblicken in die Entstehung der Endometriose bisher unbekannte, wichtige Funktionen der Gebärmutter beschrieben worden (Leyendecker et al., 1999), wie z.B. die Tatsache, daß die Gebärmutter durch peristaltische Kontraktionen aktiv die Samenfäden in den Eileiter transportiert, auf dessen Seite der Eisprung stattfinden wird (Kunz et al., 1996). Wenig später gelang der Nachweis, daß bei Frauen mit Endometriose und unerfülltem Kinderwunsch eine verstärkte und gestörte Kontraktionsaktivität (Hyperperistaltik und Dysperistaltik) der Gebärmutter besteht (Leyendecker et al., 1996). Dies bedingt eine Störung des Samentransportes, aber auch eine verstärkte Abschilferung von Schleimhaut während der Menstruation.

Da der Samentransport durch die innerste Muskelschicht der Gebärmutter, das Archimyometrium, bewerkstelligt wird, entstand der Verdacht, daß die gestörte Transportfunktion mit einer strukturellen Veränderung dieser Schicht einhergeht. Systematische Untersuchungen mit Hilfe der Magnetresonanz (MRI) ergaben, daß bei den meisten Frauen mit Endometriose gleichzeitig eine Adenomyose, d.h. ein Hineinwuchern von Gebärmutterschleimhaut in die Gebärmutterwand besteht (Kunz et al., 2000). Eine Adenomyose geht mit erheblichen Menstruationsbeschwerden und mit irregulären Blutungen einher, unter denen Frauen mit Endometriose häufig leiden. Die Beschwerden bei Endometriose können allerdings auch unmittelbar durch die Herde am Bauchfell verursacht werden. Insgesamt bietet die Endometriose im Hinblick auf Lokalisation der Herde und des Beschwerden ein sehr variables Erscheinungsbild (Leyendecker et al., 1999; Leyendecker 2000).

Die bisher gängige Theorie nach Sampson besagt, daß während der Menstruation ein Teil des Blutes und damit ein Teil der abgestoßenen oberfächlichen Schleimhaut (Endometrium) über die Eileiter in den Bauchraum gelangt ( sog. retrograde Menstruation) und sich dort einnistet und zur Endometriose entwickelt. Da aber alle Frauen mit offenen Eileitern eine retrograde Menstruation und nur ein kleiner Teil eine Endometriose entwickelt, kann diese Theorie die Entstehung der Endometriose nicht ausreichend erklären. Es sind daher von vielen Forschern Hilfskonstruktionen entwickelt worden, u.a. die Vorstellung, daß bei Frauen mit Endometriose ein lokaler Immundefekt des Bauchfells im kleinen Becken das Anwachsen der abgestoßenen Schleimhaut begünstige.

Unsere Forschungen haben nun ergeben, daß bei Frauen mit Endometriose etwas geschieht, was normalerweise nicht vorgesehen ist. Normalerweise wird während der Regelblutung nur die obere Schicht der Schleimhaut, die sog. Funktionalis abgestoßen. Nach der Blutung regeneriert sich die Schleimhaut wieder aus der nicht abgestoßenen untersten Schicht, der Basalis. Die Basalis hat ganz bestimmte biochemische Eigenschaften, u.a. nämlich die, daß sie durch das Schwangerschaftshormon Progesteron, welches bereits nach dem Eisprung in der zweiten Zyklushälfte gebildet wird, nicht "eingetrocknet" wird sondern eine Potenz zum Wuchern erhält. Das liegt daran, daß sie über einen ganz bestimmten Progesteron-Rezeptor verfügt, nämlich die Isoform A des Progesteron-Rezeptors.

Bei Frauen mit Endometriose werden nicht nur die Funktionalis sondern auch Teile der Basalis abgestoßen. Dies konnten wir dadurch beweisen, daß wir im Menstrualblut von Frauen mit Endometriose Gewebsfragmente fanden, die die biochemischen Charakteristika von Basalis aufweisen. Solche Gewebsfragment gelangen auch in den Bauchraum und bilden dort Endometrioseherde, die ebenfalls die Charakteristika der Basalis aufweisen. Auch Adenomyoseherde in der Gebärmutterwand leiten sich von der Basalschicht der Schleimhaut ab. Dies ist der Grund dafür, daß weder Endometriose- noch Adenomyoseherde auf eine Hormontherapie langfristig ansprechen und die Beschwerden sehr häufig nach Absetzen der Medikamente wieder auftreten - eben weil die Basalis nicht eintrocknet.

Die Endometriose- und Adenomyoseherde machen aber noch etwas wichtiges anderes, bzw. haben noch wichtige andere Eigenschaften. In der Basalis der Gebärmutter bleiben auch bei der erwachsenen Frau Entwicklungsgene, sog. HOX- oder Homöoboxgene aktiv. Diese Gene regulieren während der Entwicklung den strukturellen Aufbau des Körpers und von Organen und sind beim Erwachsenen in den Organen aktiv, in denen Stammzellen für einen kontinuierlichen Aufbau sorgen (z.B. Knochenmark; im Tierreich: Nachwachsen des Schwanzes bei Eidechsen nach Schwanzverlust). Auch Teile der Basalschicht der Gebärmutterschleimhaut haben den Charakter von Stammzellen. Sie finden sich in den tiefsten Schichten der Basalis (sog. Zone IV der Basalis) und bestehen aus dem Drüsenepithels mit zugehörigem Bindegewebe (Stroma). Werden Gewebsfragmente mit Stammzellcharakter aus ihrem Verband gerissen und nisten sich an einem anderen Ort ein (z.B. Bauchfell; Gebärmutterwand), dann reaktivieren sie das genetische embryonale Programm und versuchen an diesem Ort eine neue Gebärmutter zu bilden; denn Endometriose- und Adenomyoseherde bestehen aus allen drei Schichten der ursprünglichen embryonalen Gebärmutter, der sog. Archimetra. Diese Schichten sind das endometriale Epithel (die drüsige Deckschicht), das drüsige Bindegewebe (Stroma) und die für den Samentransport zuständige innerste Muskelschicht, das Archimyometrium. In knotigen Endometrioseherden in der Darmwand und solchen in der Tiefe der Scheide kann man diese Dreischichtung mit einem einfachen Mikroskop sehen, bei kleineren Endometrioseherden müssen besondere Zellfärbungsmethoden zur Darstellung dieser Schichten angewandt werden.
Wie kommt es zur Abschilferung von Basalis mit uterinen Stammzellen?
Weitere Informationen zur Endometriose:
Literatur

Ernährung bei Endometriose

Video zur Endometriose (englisch)

Unter folgendem Link finden Sie ein Übersichtsvideo der amerikanischen Endometrioseorganisation endometriosis.org über Endometriose und die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten (Video auf englisch). Bei weitergehenden Fragen, u.a. auch bezüglich Endometriose und Kinderwunsch vereinbaren Sie bitte einen Termin in unserer Sprechstunde.


Links (Für die Inhalte der Webseiten auf die nachfolgende Links verweisen, übernehmen wir keine Verantwortung)

Externer Link Nr.01 : http://endometriosis.org/press/first-endometriosis-awareness-video/

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